ISO 80079-36 und ISO 80079-37 ersetzen EN 13463

RHEINHÜTTE INTERVIEW
mit Stephan Näckel, Bereichsleiter Technik

 

Was bedeutet das konkret für den Anlagenbetreiber? Diese und weitere Fragen beantwortet Stephan Näckel, Bereichsleiter Technik bei RHEINHÜTTE Pumpen, im Interview

Fachmedien sprechen von „Neuen ISO Normen“, „Neuer ATEX Richtlinie“ – was konkret ist daran neu, was hat sich geändert?

S. Näckel: „Die ATEX Richtlinie 2014/34/EU an sich ist nicht neu. Sie ist eine formal juristische Anpassung der bekannten 94/9/EG an den Lissaboner Vertrag (Europäische Verfassung). Diese ist bereits seit April 2016 anzuwenden. Die Anforderungen sind gleich der alten Richtlinie, es wurden lediglich einige Anhänge geändert und die Richtlinie erhielt eine neue Nummerierung.
Neu sind die ISO 80079-36 und 80079-37. Sie wurden auf Basis der CEN Normen EN 13463 Teile 1 bis 8 erstellt. Inhaltlich gibt es keine grundsätzlichen Unterschiede in Bezug auf relevante Explosionsschutzaspekte. Die neuen Normen unterscheiden sich überwiegend in formalen Punkten, die aus den speziellen Anforderungen an internationale Normen resultieren, z.B. das System der Gerätekategorisierung und die Kennzeichnung.
Die neuen ISO-Normen werden die bisherigen EN-Normen nach Ablauf einer Übergangsfrist ersetzen. Die Übergangsfrist für die „alten“ EN 13463 Standards endet im Okt. 2019.“

Welche Bedeutung haben diese Änderungen für RHEINHÜTTE Pumpen?

S. Näckel: „Als Pumpenhersteller benötigen wir zur Umsetzung der ATEX diese neuen ISO 80079-36 und 80079- 37 Normen. Wie ihre Vorgänger sind die neuen Normen sogenannte harmonisierte Normen zur ATEX Richtlinie und durchlaufen das Konformitätsbewertungsverfahren.
Sie ziehen die für eine Konformitätsbewertung hilfreiche Vermutungswirkung an“, d.h. erfüllt ein Produkt die Anforderungen der harmonisierten Norm, so erfüllt es auch die Anforderungen der entsprechenden EU Richtlinie. Ein Hersteller fußt also seine Konformitätserklärung auf diesen Normen.
RHEINHÜTTE Pumpen stellt seine Konformitätsbewertungen für alle horizontalen und vertikalen Pumpen bereits Anfang 2018 um – deutlich vor Ende der Übergangsfrist.“

Was hat der Anlagenbetreiber zu beachten?

S. Näckel: „Das Konformitätsbewertungsverfahren liegt in der alleinigen Verantwortung des Herstellers.
Wichtig für unsere Kunden ist die neue Kennzeichnung der Pumpen: So gilt z.B. für eine Pumpe in Zone 1, IIB T3 nach DIN EN 13463 die Kennzeichnung II-/2G ck IIB T3, nach ISO 80079 die Kennzeichnung II-/2G Ex h IIB T3 Gb. Die Temperaturklassen T1 bis T6 bleiben erhalten.“

Benötigen unsere Kunden neue Pumpen bzw. Pumpenersatzteile?

S. Näckel: „Nein, es müssen keine Pumpen oder Bauteile ausgetauscht werden, die den bisherigen Anforderungen der 94/9/EG genügt haben. Die installierten Pumpen werden aber im Rahmen der „wiederkehrenden Prüfungen“ beim Betreiber auf ihre Sicherheit hin überprüft. Eventuell notwendige Nachrüstungen sind vom Betreiber zu veranlassen.
Für Neubestellungen kann der Hersteller die Konformitätserklärung bis zum Ende der Gültigkeit der EN 13463ff im Oktober 2019 auf die EN 13463ff stützen. Rheinhütte Pumpen wird aber bereits Anfang 2018 die Konformitätserklärungen auf den ISO Normen 80079-36 und -37 umgestellt haben. Wir treffen diese Entscheidung im Sinne der Kunden, die damit die Konformitätserklärungen nach dem neuesten Stand erhalten.“

RHEINHÜTTE Pumpen GmbH ist weltweit gefragter Experte für anspruchsvolle Förderaufgaben. Erfahrung bei der Auslegung von Pumpen für die Förderung von abrasiven, korrosiven und toxischen Medien, Produktinnovationen und höchste Produktqualität machen Rheinhütte Pumpen zu einem bewährten Bestandteil zahlreicher großer Anlagen – weltweit.


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