Neujahrs-Newsletter (Ausgabe 37)

Neujahrsgruss

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde der Rheinhütte Pumpen,

das Jahr 2017 ist noch jung, wir hoffen es hat für Sie fröhlich und unbeschwert begonnen!

Wie Ihnen bereits bekannt, wurden im vergangenen Jahr die Geschäfte der Division Rheinhütte Pumpen im Rahmen einer Abspaltung von der FRIATEC AG auf die RHEINHÜTTE Pumpen GmbH übertragen. Innerhalb des Aliaxis – Konzerns wird unser Geschäftsmodell nun besser berücksichtigt, die Entscheidungswege sind kürzer und flexibler geworden.

Im Dezember 2016 haben wir die Zertifizierung zur Einführung eines Umwelt- und Energiemanagementsystems ISO 14001 und ISO 50001 erfolgreich bestanden.

Wirtschaftlich war 2016 für die Rheinhütte ein schwieriges Jahr, wir konnten unsere gesteckten Umsatzziele nicht erreichen. Was uns jedoch für 2017 optimistisch stimmt, ist die Entwicklung des Auftragseingangs. Bereits im März 2016 erhielten wir von Saipem (Italien) einen Auftrag über die Lieferung von 28 GVSO- und RCE-Pumpen für flüssigen Schwefel für das Jazan Projekt des Betreibers Saudi Aramco. Im Juni folgte dann eine Bestellung von Petrofac (VAE), ebenfalls für flüssigen Schwefel. Hier werden wir in den nächsten Monaten 44 Stück GVSO und RCE für das Fadhili Gasfeld Projekt (auch von Saudi Aramco) liefern. Weitere interessante Aufträge folgten dann im letzten Quartal, u.a. von Grasimin Indien, von OCPin Marokko und von einigen europäischen Anlagenbauern. In den nächsten Wochen stehen weitere große Projekte zur Vergabe, bei denen wir uns gute Erfolgschancen ausrechnen.
Das Bild aus den Regionen ist weiterhin stark unterschiedlich. Die Region MENA zeigt eine sehr erfreuliche Entwicklung. In Russland und in den GUS-Staaten sind trotz der anhaltenden Sanktionen und der Schwäche des Rubels erfolgsversprechende Projekte vorhanden. In Deutschland werden kaum neue Anlagen gebaut, auch beim deutschen Anlagenbau sind momentan wenige Projekte für unsere Anwendungen vorhanden. Durch den Umzug des Service Centers von Duisburg (Thyssen – Gelände) nach Essen haben wir den Grundstein für eine besondere Fokussierung auf Service- und Einzelpumpengeschäft in Deutschland gelegt. In einigen europäischen Ländern (u.a. Italien und Niederlande) stehen erfolgsversprechende Projekte zur Vergabe, hier erwarten wir kurzfristig Entscheidungen unserer Kunden. Asien gestaltet sich weiterhin schwierig, unter anderem hat der bisher so erfolgreiche koreanische Anlagenbau kaum Aufträge für unsere Anwendungen zu vergeben. In Indien und China steigt der lokale Wettbewerb weiter. In China rechnen wir uns jedoch gute Chancen bei einigen Solarprojekten aus.

In Brasilien gibt es erste vorsichtige Anzeichen der Verbesserung der wirtschaftlichen Situation. In den USA wird sich zeigen, wie der neu gewählte Präsident ab Januar sein Amt ausübt. Weiteres Potential für 2017 sehen wir im Iran, hier war 2016 eher noch schleppend. Projekte sind genug vorhanden, doch die Finanzierung und der Geldfluss selbst sind noch sehr stockend.

Wir arbeiten momentan an Ergänzungen unserer Werkstoffpalette, wie z.B. Polymercarbid, PE 1000R und diversen Keramiken sowie an einer Anpassung von Pumpenkonstruktionen (z.B. die Chemienormpumpe aus Frikorund® FNC), um für die gestiegene Nachfrage bei Nischenanwendungen mit hohen Temperaturen und / oder Verschleiß gerüstet zu sein. Der Bereich numerische Simulation (u.a. CFD und FEM) wird in 2017 weiter ausgebaut, um so die Möglichkeit einer vollständigen virtuellen Prototypen-Erprobung zu schaffen.

Wir freuen uns auf gemeinsame spannende Herausforderungen.
Für 2017 wünschen wir Ihnen an dieser Stelle alles Gute, beruflichen Erfolg und vor allem Gesundheit.

Klaus Wolf und Jürgen Weinerth
Klaus Wolf und Dr. Jürgen Weinerth

Innovative Verfahren und Anwendungen
Neue Einsatzgebiete für RHEINHÜTTE Pumpen

Testpumpe RCFKu 125-80-250 CST zur Aufbereitung von Salzsäure in Beizanlagen

Vor ungefähr 6 Jahren hat die Firma SMS Siemag damit begonnen, ein neues Verfahren zur Aufbereitung von Salzsäure in Beizanlagen zu entwickeln. Das Verfahren nennt sich „Hydrothermal Hydrochloric Acid Regeneration Technology“ und ist den bisherigen Verfahren in den Bereichen Energieeinsatz, Wirkungsgrad, Platzbedarf und Investitionskosten weit überlegen. Die kritischen Pumpenpositionen befinden sich am Oxidyzer und am Hydrolyzer mit hohen Anforderungen seitens Temperatur und Verschleiß.

RCFKu 125-80-250 CST
RCFKu 125-80-250 CST

Die erste reale Anlage wurde bei Thyssen Krupp Steel in Alabama (USA) gebaut. Diese neue Säureaufbereitung ist jedoch wegen des Verkaufs des Stahlwerkes Ende 2012 stillgelegt worden. Viele technische Probleme konnten nicht gelöst werden. Unter anderem hatten von uns gelieferte RCFKu – Pumpen aus PTFE Standzeiten von weniger als 3 Monaten. Zusammen mit der FRIATEC AG – Division Keramik in Mannheim wurde daher eine Testpumpe aus Zirkon- bzw. Aluminiumoxid – Keramik entwickelt, die auf Grund der Schließung aber nicht mehr erprobt werden konnte. Jetzt nimmt SMS die Weiterentwicklung des Verfahrens wieder auf. Im September wurde die Testpumpe RCFKu 125-80-250 CST zu weiteren Tests in eine Versuchsanlage geliefert.

Dieses Verfahren kann nun auch in der Rotschlamm – Aufarbeitung eingesetzt werden. Rotschlamm ist ein Abfallprodukt, das bei der Gewinnung von Aluminiumoxid, einem Zwischenprodukt bei der Aluminium-Herstellung, aus aluminium-haltigen Erzen, insbesondere Bauxit, bei dem “Bayer – Prozess“ anfällt. Die charakteristische rote Farbe stammt von festen Partikeln aus Eisen(III)-Verbindungen, die in Natronlauge suspendiert sind. Wie viel Rotschlamm je produzierter Tonne Aluminium anfällt, hängt von der je nach Herkunft variablen Zusammensetzung des verwendeten Bauxits ab: Bei tropischem Bauxit ist von etwa 1,6 t, bei europäischem Bauxit von etwa 3,2–3,7 t feuchtem Rotschlamm auszugehen. Weltweit wird Rotschlamm heute in teilweise offenen Deponien gelagert oder in Flüsse geleitet (ca. 120 Mio. t pro Jahr).

DLR Forschungsprojekt –
High Performance Molten Salt Tower Receiver System (HPMS)

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat in einer ersten Forschungsphase zusammen mit einem Konsortium neue Receiver – Konzepte für Solar – Turmkraftwerke theoretisch untersucht. Ergebnis dieser Betrachtung war, dass derzeit nicht das vollständige Potential zur Kostensenkung bei Salzturmkraftwerken durch den Einsatz optimierter Konzepte und angepasster solarer Hochtemperatur-Kreisläufe ausgeschöpft wird. Neue Konzepte wurden theoretisch entwickelt.

Deshalb soll innerhalb des HPMS-Phase II- Projektes ein optimierter Salzkreislauf mit zugehörigem Subreceiver am Solarinstitut in Jülich aufgebaut und getestet werden. Ziel ist dabei die Erprobung des in HPMS-I entwickelten Konzeptes unter realistischen Bedingungen. Dieser Schritt ist erforderlich, um eine verlässliche Weiterentwicklung für ein Receiver-System mit kraftwerksüblichen Leistungen (700MWth) zu ermöglichen. Wird das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) genehmigt, liefern wir eine GVSO 40/250 V in 1.4581 für die Testanlage.

Die Projektskizze mit Vorhabenbeschreibung wurde vom DLR an das BMWi im Rahmen des 6. Energieforschungsprogramms im September 2016 eingereicht und als förderungswürdig bestätigt. Über eine endgültige Freigabe wird aber erst in der nächsten Antragsrunde entschieden. Weitere Partner sind Babcock Borsig Steinmüller, Bilfinger Piping Technology, Solar-Institut Jülich der FH Aachen, TÜV Nord Systems AG, Salzgitter Mannesmann Forschung, Eugen Arnold GmbH und Rhein Ruhr Power.


Längere Standzeiten
Polymercarbid und PE 1000R

Innovative Werkstoffe für längere Standzeiten

Korrosionsbeständigkeit und Verschleißfestigkeit: Zwei Werkstoffeigenschaften, die immer häufiger in modernen Anwendungen für Kreiselpumpen gefordert werden, sich aber nicht immer optimal kombinieren lassen. Metallische Werkstoffe lassen sich durch Vergütung und Legierungsanpassungen sehr flexibel in Richtung Korrosions- oder Verschleißbeständigkeit einstellen. Allerdings sind die Möglichkeiten der Kombination aus beiden oft begrenzt. Kunststoffe besitzen eine sehr hohe Beständigkeit gegenüber anorganischen Säuren und Laugen, zeigen aber meistens nur eine geringe Verschleißbeständigkeit. Die extrem korrosions- und verschleißfesten Keramikpumpen aus FRIALIT-F99.7® sind aufgrund der aufwendigen Herstellung nur für außergewöhnliche Anwendungen wirtschaftlich einsetzbar.
RHEINHÜTTE Pumpen schließt diese Lücke zwischen Kunststoff und Keramik mit zwei innovativen Werkstoffen. Deren besondere Beständigkeit ermöglicht höhere Standzeiten und macht den Betrieb von Kreiselpumpen in verschleißenden Medien wirtschaftlicher.

Polymercarbid und PE 1000R – Zwei beständige Partner

Laufrad aus PE 1000R
Laufrad aus PE 1000R

Das besondere Polyethylen PE 1000R bietet aufgrund seines verschleißreduzierenden Additivs eine bis zu 30% höhere Beständigkeit als herkömmliches PE 1000.
Dies bedeutet eine deutliche Verbesserung der Standzeiten und damit der Wartungs- und Instandsetzungsintervalle bei Verschleißanwendungen. PE 1000R steht für alle PE 1000 Pumpentypen der RHEINHÜTTE zur Verfügung. Deutlich verschleißbeständiger zeigt sich der neue Mehrkomponentenwerkstoff Polymercarbid. Das Geheimnis dieses Werkstoffes liegt in der Kombination eines extrem harten Siliziumcarbids als Verschleißschicht mit einem Vinylester-Harz als Binder. Das Material erreicht eine Mohs-Härte von 9,7 und damit fast das Niveau von Diamant.

Verschleißfeste Pumpen für schwierigste Anwendungen

RCFKu aus technischer Keramik Frikorund® mit Laufrad aus Polymercarbid.
RCFKu aus technischer Keramik Frikorund® mit Laufrad aus Polymercarbid.

Eine enge Kooperation zwischen der Nomig GmbH und der RHEINHÜTTE Pumpen GmbH führte zu der Entwicklung einer Verschleißpumpe aus massivem Polymercarbid. Auf der Basis der RHEINHÜTTE Freistrombaureihen CPRF und RCFKu konnten bewährte Konstruktionen sinnvoll genutzt werden. Die Stutzenanschlußmaße dieser Baureihen entsprechen EN 22858/ ISO 2858 und erlauben damit auch einen einfachen Austausch bestehender Chemienormpumpen mit Verschleißproblemen.
Die massiven Spiralgehäuse bieten gegenüber einfachen Beschichtungen oder dünnwandigen Kunststoffeinsätzen eine erheblich höhere Materialreserve gegen Verschleiß.

Die Verwendung von Freistrompumpen ist eine logische Konsequenz, wenn es um die Förderung von stark verschleißenden Medien und Suspensionen geht. Bei Freistrompumpen befindet sich das druckerzeugende Pumpenlaufrad nicht unmittelbar im Spiralgehäuse, sondern davon abgesetzt, sodass nur etwa 20% des Medienvolumens mit der Laufradoberfläche in Kontakt kommen. Weite Strömungskanäle ermöglichen auch die Förderung von großen Feststoffpartikeln.

The right solution. For any fluid.

Durch die Kombination von geeigneten Pumpenbauformen und Werkstoffen lassen sich selbst verschleißende Medien wirtschaftlich fördern. Neue und innovative Werkstoffe können die Betriebskosten deutlich verringern. RHEINHÜTTE Pumpen bietet mit den Freistrompumpen CPRF und RCFKu bewährte Modelle für die Förderung von feststoffhaltigen Medien. Die Auswahl des wirtschaftlichsten Werkstoffes durch die Werkstoffspezialisten von RHEINHÜTTE Pumpen richtet sich zum einen nach der Quantität, im Wesentlichen aber nach der Qualität der Feststoffe. Die verfügbare Spannbreite reicht von UHMW-PE über PE 1000R und Polymercarbid bis hin zu FRIALIT-F99.7®, einer hochverschleißfesten Keramik der FRIATEC AG. Durch die Standardisierung der Pumpenbauteile lassen sich auch Kombinationen aus Werkstoffen oder nachträgliche Anpassungen bei geänderten Mediendaten realisieren.

So wurden mit diesen Werkstoffen bereits schwierigste Anwendungen zur Zufriedenheit der Anlagenbetreiber gelöst.


Die nächste Generation
Salzschmelzen

Um die Einsatztemperatur und somit den Wirkungsgrad von Salzschmelzen als Wärmespeicher in Kraftwerken weiter zu erhöhen, werden momentan Salzschmelzen mit einem hohen Chlorid – Anteil und bei Temperaturen bis 800°C in Laborversuchen in den USA getestet. Chloride in der Salzschmelze bewirken ein chemisch sehr aggressives Verhalten, Standardmaterialen unserer Tauchpumpe GVSO sind hier nicht mehr einsetzbar. Nach den erfolgreichen Laborversuchen sollen jetzt Testanlagen mit Pumpen in den USA gebaut werden. Entsprechende Anfragen für Pilotprojekte liegen vor. Als Pumpenwerkstoff eignet sich nach heutigem Stand der Technik nur das neue Material Haynes 230, ein Inconel-Werkstoff mit einer Nickelbasis-Legierung aus 22 % Chrom, 14% Wolfram, 5% Kobalt und 3 % Molybdän. Besonders die hohen Wolfram- und Chrom-Anteile bewirken sehr gute Festigkeitswerte auch bei 800°C. Die Langzeitstandfestigkeit dieses Werkstoffes ist herausragend und übertrifft alle typischen bisherigen Legierungen.

In Labortests hat sich dieser Werkstoff auch in heißen Chloridschmelzen als ein beständiger Werkstoff gezeigt.

Um die Korrosionsbeständigkeit auch unter Strömungsbedingungen zu testen, wird RHEINHÜTTE Pumpen eine GVSO- Tauchpumpe in Haynes 230 konstruieren..


Energie- und Umweltmanagement
Erfolgreich Zertifiziert

RHEINHÜTTE Pumpen GmbH hat die Zertifizierung nach DIN 50001 Energiemanagement und DIN 14001 Umweltmanagement erfolgreich bestanden. Die Zertifizierungs-Audits fanden Ende November 2016 durch den TÜV Süd statt. Die Zertifizierungen belegen, dass wir natürliche Ressourcen schonen und unseren nachhaltigen Beitrag an den Umweltschutz leisten. Als international tätiges Unternehmen erfüllen wir damit auch die hohen Standards und Anforderungen unserer Kunden und Lieferanten.


After Sales Service
Neues Service-Center

Am 1. September 2016 wurde das neue RHEINHÜTTE Service Center in Essen in der Adlerstraße 28 in Betrieb genommen. Damit verfügen wir nun in der Region über eine deutlich größere Werkstatt, die dem neuesten Stand der Technik entspricht. Selbst die Reparatur von größeren Tauchpumpen ist hier problemlos möglich. Ausreichend Lagerplatz für Ersatzteile gewährleisten zudem einen schnellen Vor-Ort Service ohne lange Lieferzeiten. Durch die jahrelange Erfahrung unseres kontinuierlich geschulten Fachpersonals in der Konstruktion und Produktion von Pumpen unterschiedlichster Bauformen bieten wir Ihnen Reparaturen und Wartungsarbeiten für RHEINHÜTTE Pumpen und für Pumpen anderer Hersteller.

Damit stellen wir höchste Betriebssicherheit, minimale Ausfallzeiten und lange Lebensdauer Ihrer Pumpen sicher.

Rheinhütte Pumpen Service-Mitarbeiter

Im Rahmen der Neuausrichtung der zum 1. Juli 2016 gegründeten After Sales Service Gruppe, zu der die Ersatzteil- und Service-Abteilungen sowie die Service-Center und weltweiten Service-Partner gehören, ist es unser Ziel, durch schnelle Ersatzteilversorgung und durchdachte Service-Konzepte für unsere Kunden schnelle und zuverlässige Service-Leistungen auf hohem Qualitätsniveau anzubieten.

Mit dem Ausbau unseres weltweiten Service-Netzwerkes mit eigenen Service-Centern sowie mit Service-Partnern, welche alle einen definierten Qualitätsstandard erfüllen müssen, schaffen wir die Grundvoraussetzung, um akzeptierter Partner der Planungsgesellschaften für das Projektgeschäft zu sein.

Schnell, zuverlässig und individuell – an diesem Serviceversprechen werden wir auch weiterhin arbeiten.


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